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Versicherungsrecht: Coronavirus und Reiserücktrittversicherung

Ob man nun die Massenhysterie teilt oder unbeeindruckt ist, so ist das weltweit zunehmende Problem der Coronavirus-Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ein aktuelles Problem für viele Reisende. Sowohl Länder in Skandinavien, wie auch aktuell in Italien oder China und Umgebung birgen die Gefahr, dass man seine Reise vorzeitig beenden, oder überhaupt erst gar nicht antreten kann. Die Frage, die sich also nicht nur in Siegen, sondern in ganz NRW und Deutschland stellt ist, was ist mit den Kosten passiert und wer diese trägt.

Viel hängt vom Vertrag ab, und muss deswegen genau geprüft werden. Rechtssichere Auskunft erhalten Sie daher nur durch Beauftragung eines spezialisierten Rechtsanwalts für Versicherungsrecht. Grundsätzlich gilt aber Folgendes:

Kann ich meine Reise wegen Corona absagen/stornieren?

Sollte die Reise in ein Risikogebiet erfolgen, zum Beispiel Italien oder fernöstliche Länder, so ist eine Stornierung meist möglich. Auch in weiteren Ländern kann dies kurzfristig erfolgen, da die Ausbreitung des Virus die Situation ständig verändert. Eine erste gute Informationsquelle ist hierbei das auswärtige Amt. Auch viele Airlines zeigen sich aktuell flexibel. Je nachdem, wie lange die Belastung allerdings noch anhält, ist natürlich auch die finanzielle Frage für die Airlines erdrückend. Ob diese sich auch weiterhin so kulant zeigen wird die Zukunft zeigen.

Gibt es Besonderheiten bei Pauschalreisen?

Bei Pauschalreisen wird ganz besonderer Schutz genossen. Dies gibt im wesentlichen das Reiserecht her und ist besonders geregelt. Gleichwohl empfiehlt es sich sich zunächst sich mit dem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen, um hier detailliertere Infos zu erhalten. Oftmals ist eine Stornierung hier auch kostenlos möglich.

Sollte der Reiseveranstalter die Reise absagen, so ist dies für sie immer kostenfrei. In Einzelfällen kann darüber hinaus sogar ein Schadensersatzanspruch bestehen.

Was passiert bei selbstorganisierten Reisen?

Bei selbstorganisierten Reisen besteht das Problem, dass es keinen gemeinsamen Veranstalter gibt. Demnach unterfällt eine solche selbstorganisierte Reise auch nicht zwingend dem Reiserecht und gegebenenfalls auch nicht deutschem Recht, sofern keine Buchung innerhalb Europas vorliegt. Im Einzelfall müsste man hier prüfen, ob die geschlossenen Verträge einen Rücktritt rechtfertigen können. Hierbei ist auch entscheidend, wer den Vertrag kündigen möchte. Sollte das Hotel, die Airline, oder die Mietwagenfirma (wie zum Beispiel in Italien) von sich aus zur Stornierung verpflichtet sein, so wird man in der Regel den bezahlten Preis zurückerhalten. Dasselbe wird für Bahnreisen oder sonstige Unterkünfte gelten. Informieren Sie sich in diesem Zusammenhang auch unbedingt über Umbuchungen.

Muss meine Reiserücktrittsversicherung eintreten?

Bei Reiserücktrittsversicherung steht eine plötzliche unvorhergesehene Erkrankung im Vordergrund. Wenn Sie oder einer Angehöriger sich infiziert haben und die Reise aus diesem Grund nicht wahrnehmen können, dann besteht eine gute Möglichkeit dass sie den vollen, oder einen anteiligen Preis zurückerhalten. Die reine Gefahr, dass man sich in einem Urlaubsland allerdings infizieren kann, reicht nicht aus. Als Versicherungsnehmer sollte man jedenfalls seiner Versicherung unmittelbare Infos zukommen lassen.

Fazit:

Insgesamt gilt, dass man sich zunächst aber mit dem Veranstalter in Verbindung setzen sollte. Ob und inwieweit Zahlungen erfolgen können, hängt vom Einzelfall ab und sollte deshalb genauestens geprüft werden. Sollte eine Reiserücktrittsversicherung bestehen, so möchten wir darauf hinweisen dass eine Anzeigeobliegenheit besteht, man die Versicherung also informieren muss. Dies sollten Sie in jedem Fall kurzfristig tun, und mit der Versicherung in Kontakt treten.

Lassen Sie sich hier diesbezüglich von einem Spezialisten, zum Beispiel am Fachanwalt für Versicherungsrecht oder einem zumindest hierauf spezialisierten Anwalt auf Versicherungsrecht beraten.

Wir beraten Sie in diesem Zusammenhang gern und in einem ersten Gespräch unverbindlich und für Sie kostenlos.

 

Alexander Rüdiger
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht
Lehrbeauftragter der Universität Siegen